Haarscharf – Planänderung in letzter Sekunde

Haarscharf – Planänderung in letzter Sekunde

Zum ersten Mal sind wir nun endlich alle gemeinsam unterwegs, um auf unserer Trauminsel Siquijor Grundstücke anzuschauen. Für Baba und mich ist die Reiseerfahrung dorthin bereits ein vertrautes Gefühl, für Ferry allerdings ist es ein neues Abenteuer mit grossen Erwartungen seinerseits.

Zum ersten Mal sind wir nun endlich alle gemeinsam unterwegs, um auf unserer Trauminsel Siquijor Grundstücke anzuschauen. Für Baba und mich ist die Reiseerfahrung dorthin bereits ein vertrautes Gefühl, für Ferry allerdings ist es ein neues Abenteuer mit grossen Erwartungen seinerseits.

Nachdem ich im Mai/Juni schon bereits verschiedene, zum Verkauf stehende Grundstücke anschaute, ist es nun endlich möglich, Baba und Ferry meine Auswahl zu präsentieren.

Die Auswanderer: Baba, Silvio und Ferry (v.l.n.r)

In Siquijor angekommen, mieten wir gleich für den ganzen Aufenthalt drei Motorräder. Geplant ist fürs Erste, dass wir zusammen noch einmal alle Grundstücke anschauen, die für unser Ferienresort in Frage kommen. Um keine unnötige Zeit zu verlieren, sind wir bereits am nächsten Morgen mit den doch eher unbequemen, kleinen Motorrädern unterwegs.

Beladen mit schweren Rucksäcken und mit mir an der Spitze setzt sich unsere kleine “Töff”-Karawane in Richtung Südwesten in Bewegung. Obwohl ich mir nicht immer ganz sicher bin, die verschiedenen Lots nach nur einem Besuch vor fünf Monaten wiederzufinden, ist meine Trefferquote dennoch hoch. Nur ein einziges Grundstück finde ich leider nicht, was nicht so schlimm ist, weil dieses sowieso eher nicht in Frage kommt. Zugegeben, ein paar Irrfahrten sind dabei gewesen.

Nun. Um die ganze Geschichte ein wenig abzukürzen: Alle die von mir im Mai/Juni besichtigten Lots kommen für unser Projekt im Endeffekt nicht mehr in Frage. Selbst neue, uns angebotene Grundstücke, sind plötzlich nur noch Luft und für uns nicht mehr brauchbar.

Baba – Silvio – Ferry (v.l.n.r)

In letzter Sekunde

Hitzige aber objektive Diskussionen und nicht zuletzt sehr hilfreiche und äusserst lieb gemeinte Tipps unserer Freunde vor Ort bringen uns zu diesem Schluss. Um genau zu sein, hätten wir diese unschlagbaren Tipps nicht bekommen, wären wir voll, ich kann es nicht anders schreiben, am “Arsch” gewesen.

Was ich selber bei meinen Besichtigungstouren nie beachtet hatte, ist für uns plötzlich überlebenswichtig. Denn die existenzielle Frage, ob ein perfekter Tauchbetrieb von den entsprechenden Grundstücken aus überhaupt möglich ist, können wir im Nachhinein nicht mehr mit Ja beantworten. Grund sind die extrem ausgeprägten Gezeiten im südostasiatischen Raum.

Bei Ebbe beträgt die Wassertiefe gerade mal knapp 30 cm. An einen Tauchbetrieb ist nicht zu denken. Kein Boot könnte das packen. Und da sich das Riff weit ausserhalb der Reichweite eines Holzstegs befindet, müssen wir Forfait geben. Das trifft leider auf die meisten Grundstücke zu.

Natürlich kommt nach so einer ernüchternden Erkenntnis Frust auf. Ich persönlich schaue meinen Besuch im Mai/Juni sogar als ziemlich sinnlos an. Was natürlich so nicht stimmt. Denn immerhin helfen uns damals geknüpfte Beziehungen uns vor groben Fehlern zu bewahren und, es gehen neue Türen auf.

Bauland in Abklärung Meerseite

Wir geben nicht auf. Ohne Pause geht’s weiter. Hoch motiviert und mit neuem Fokus begeben wir uns, wie ich schon sechs Monate zuvor, erneut auf die Suche nach möglichen neuen Standorten für unser Traumresort – mit Tauchbasis. Nicht nur das, wir erkunden auch die Unterwasserwelt entlang der Küste von Siquijor so genau wie möglich. Selbst die Zufahrten zur Küste prüfen wir bei Ebbe mit dem Tauchboot.

Viel Neues nach 22 Tagen

Zum ersten Mal merken wir, dass 22 Tage schnell vorbei gehen können – zu schnell. Die Hoffnung, in der kurzen Zeit etwas passendes zu finden, schwindet teilweise fast ganz. Zu viele von uns vorgegebene Ansprüche können nicht mehr erfüllt werden. Aber wie so oft im Leben, bringen uns viele Zufälle wieder auf Kurs.

Das Rezept: Man mache einen Tauchgang, lerne nach dem Auftauchen im Boot sitzend einen Schweizer Auswanderer kennen, der ein Haus oberhalb unseres Tauchspots besitzt. Dann treffe man diesen zufällig beim Abendessen, einen Tag später im Resort, und besuche ihn in seinem Haus. Auf dem Weg dorthin mache man einen zufälligen Abstecher, weg von der Strasse, raus ins nirgendwo.

Nicht nur, dass wir so neue Freunde gewonnen haben, sondern dieses kurz zusammengefasste Rezept brachte uns schlussendlich auf die richtigen Ideen und führte uns erst noch zu einem traumhaften Stück Land – vier Tage vor Heimreise notabene. Langsam wird es eng. Darum machen Baba und ich (Ferry liegt mit Rückenschmerzen vom ewigen Motorradfahren im Resort auf dem Liegestuhl) uns schon am nächsten Tag erneut auf den Weg dorthin. Wir möchten herausfinden, was zum Verkauf steht.

Gruss von oben

Die Entdeckung

Dort angekommen kommen auch schon neugierige Einheimische und fragen nach dem Grund, warum wir hier sind. Während des Gesprächs ergibt sich Erstaunliches. Nicht nur Grundstücke sollen zum Verkauf stehen, sondern eine freundliche Filipina zeigt uns gleich noch alles was zu haben sein soll. Bei glühender Hitze kraxeln wir über zwei Stunden über Vulkangestein und schlagen uns durch von Pflanzen und Bäumen überwuchertem Land.

Natürlich nicht ganz ungefährlich. Wie japanische Touristen mit Turnschuhen auf dem Matterhorn kämpfen sich Baba und ich mit offenen Badeschlappen über Stock und Stein. Es kommt, was kommen muss, ich rutsche ab und spüre zum ersten Mal, wie scharf Vulkangestein sein kann. Keine Sorge, ausser ein paar harmlosen Schrammen ist nix passiert.

Zurück im Resort erzählen wir Ferry begeistert von unserer Entdeckung. Unsere Schilderungen überzeugen Ferry soweit, dass er uns trotz Rückenschmerzen am nächsten Tag noch einmal dorthin begleitet. Lange Rede kurzer Sinn: Unter Berücksichtigung aller Erfahrungen und Tipps sind wir uns alle einig und begeistert von dem, was wir dort entdeckt haben. Ein Team eine Entscheidung – das passt.

Schöne Tauchspots for Siquijor

Das grösste Problem ist jetzt allerdings, wir stehen kurz vor unserer Heimreise. Nun heisst es, zusammen mit unserer Anwältin, alles soweit zu organisieren, damit sie alles Nötige für den Kauf veranlassen kann. Von unserer Seite her hat sie ein klares “Go for it” bekommen. Nun können wir nur noch abwarten und unterstützend von der Schweiz aus arbeiten. (sm)

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Nachdem ich im Mai/Juni schon bereits verschiedene, zum Verkauf stehende Grundstücke anschaute, ist es nun endlich möglich, Baba und Ferry meine Auswahl zu präsentieren.

Die Auswanderer: Baba, Silvio und Ferry (v.l.n.r)

In Siquijor angekommen, mieten wir gleich für den ganzen Aufenthalt drei Motorräder. Geplant ist fürs Erste, dass wir zusammen noch einmal alle Grundstücke anschauen, die für unser Ferienresort in Frage kommen. Um keine unnötige Zeit zu verlieren, sind wir bereits am nächsten Morgen mit den doch eher unbequemen, kleinen Motorrädern unterwegs.

Beladen mit schweren Rucksäcken und mit mir an der Spitze setzt sich unsere kleine “Töff”-Karawane in Richtung Südwesten in Bewegung. Obwohl ich mir nicht immer ganz sicher bin, die verschiedenen Lots nach nur einem Besuch vor fünf Monaten wiederzufinden, ist meine Trefferquote dennoch hoch. Nur ein einziges Grundstück finde ich leider nicht, was nicht so schlimm ist, weil dieses sowieso eher nicht in Frage kommt. Zugegeben, ein paar Irrfahrten sind dabei gewesen.

Nun. Um die ganze Geschichte ein wenig abzukürzen: Alle die von mir im Mai/Juni besichtigten Lots kommen für unser Projekt im Endeffekt nicht mehr in Frage. Selbst neue, uns angebotene Grundstücke, sind plötzlich nur noch Luft und für uns nicht mehr brauchbar.

Baba - Silvio - Ferry (v.l.n.r)

In letzter Sekunde

Hitzige aber objektive Diskussionen und nicht zuletzt sehr hilfreiche und äusserst lieb gemeinte Tipps unserer Freunde vor Ort bringen uns zu diesem Schluss. Um genau zu sein, hätten wir diese unschlagbaren Tipps nicht bekommen, wären wir voll, ich kann es nicht anders schreiben, am “Arsch” gewesen.

Was ich selber bei meinen Besichtigungstouren nie beachtet hatte, ist für uns plötzlich überlebenswichtig. Denn die existenzielle Frage, ob ein perfekter Tauchbetrieb von den entsprechenden Grundstücken aus überhaupt möglich ist, können wir im Nachhinein nicht mehr mit Ja beantworten. Grund sind die extrem ausgeprägten Gezeiten im südostasiatischen Raum.

Bei Ebbe beträgt die Wassertiefe gerade mal knapp 30 cm. An einen Tauchbetrieb ist nicht zu denken. Kein Boot könnte das packen. Und da sich das Riff weit ausserhalb der Reichweite eines Holzstegs befindet, müssen wir Forfait geben. Das trifft leider auf die meisten Grundstücke zu.

Natürlich kommt nach so einer ernüchternden Erkenntnis Frust auf. Ich persönlich schaue meinen Besuch im Mai/Juni sogar als ziemlich sinnlos an. Was natürlich so nicht stimmt. Denn immerhin helfen uns damals geknüpfte Beziehungen uns vor groben Fehlern zu bewahren und, es gehen neue Türen auf.

Bauland in Abklärung Meerseite

Wir geben nicht auf. Ohne Pause geht’s weiter. Hoch motiviert und mit neuem Fokus begeben wir uns, wie ich schon sechs Monate zuvor, erneut auf die Suche nach möglichen neuen Standorten für unser Traumresort – mit Tauchbasis. Nicht nur das, wir erkunden auch die Unterwasserwelt entlang der Küste von Siquijor so genau wie möglich. Selbst die Zufahrten zur Küste prüfen wir bei Ebbe mit dem Tauchboot.

Viel Neues nach 22 Tagen

Zum ersten Mal merken wir, dass 22 Tage schnell vorbei gehen können – zu schnell. Die Hoffnung, in der kurzen Zeit etwas passendes zu finden, schwindet teilweise fast ganz. Zu viele von uns vorgegebene Ansprüche können nicht mehr erfüllt werden. Aber wie so oft im Leben, bringen uns viele Zufälle wieder auf Kurs.

Das Rezept: Man mache einen Tauchgang, lerne nach dem Auftauchen im Boot sitzend einen Schweizer Auswanderer kennen, der ein Haus oberhalb unseres Tauchspots besitzt. Dann treffe man diesen zufällig beim Abendessen, einen Tag später im Resort, und besuche ihn in seinem Haus. Auf dem Weg dorthin mache man einen zufälligen Abstecher, weg von der Strasse, raus ins nirgendwo.

Nicht nur, dass wir so neue Freunde gewonnen haben, sondern dieses kurz zusammengefasste Rezept brachte uns schlussendlich auf die richtigen Ideen und führte uns erst noch zu einem traumhaften Stück Land – vier Tage vor Heimreise notabene. Langsam wird es eng. Darum machen Baba und ich (Ferry liegt mit Rückenschmerzen vom ewigen Motorradfahren im Resort auf dem Liegestuhl) uns schon am nächsten Tag erneut auf den Weg dorthin. Wir möchten herausfinden, was zum Verkauf steht.

Gruss von oben

Die Entdeckung

Dort angekommen kommen auch schon neugierige Einheimische und fragen nach dem Grund, warum wir hier sind. Während des Gesprächs ergibt sich Erstaunliches. Nicht nur Grundstücke sollen zum Verkauf stehen, sondern eine freundliche Filipina zeigt uns gleich noch alles was zu haben sein soll. Bei glühender Hitze kraxeln wir über zwei Stunden über Vulkangestein und schlagen uns durch von Pflanzen und Bäumen überwuchertem Land.

Natürlich nicht ganz ungefährlich. Wie japanische Touristen mit Turnschuhen auf dem Matterhorn kämpfen sich Baba und ich mit offenen Badeschlappen über Stock und Stein. Es kommt, was kommen muss, ich rutsche ab und spüre zum ersten Mal, wie scharf Vulkangestein sein kann. Keine Sorge, ausser ein paar harmlosen Schrammen ist nix passiert.

Zurück im Resort erzählen wir Ferry begeistert von unserer Entdeckung. Unsere Schilderungen überzeugen Ferry soweit, dass er uns trotz Rückenschmerzen am nächsten Tag noch einmal dorthin begleitet. Lange Rede kurzer Sinn: Unter Berücksichtigung aller Erfahrungen und Tipps sind wir uns alle einig und begeistert von dem, was wir dort entdeckt haben. Ein Team eine Entscheidung – das passt.

Schöne Tauchspots for Siquijor

Das grösste Problem ist jetzt allerdings, wir stehen kurz vor unserer Heimreise. Nun heisst es, zusammen mit unserer Anwältin, alles soweit zu organisieren, damit sie alles Nötige für den Kauf veranlassen kann. Von unserer Seite her hat sie ein klares “Go for it” bekommen. Nun können wir nur noch abwarten und unterstützend von der Schweiz aus arbeiten. (sm)

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